Mit der „Ballettschule Ingeborg Wagner“ in Kaiserslautern fing es an. Balletttänzerin hätte ich nie werden können, aber ich konnte improvisieren und Choreographien ausdenken. Nach zehn Jahren bei Ingeborg Wagner war es klar: Ich wollte Schauspielerin werden. Und was tat ich? Studieren. Zunächst Soziologie, dann Deutsch und Geschichte. Während des Studiums als Hiwi, als Deutschlehrerin und Sprachlehrerin für Deutsch gearbeitet. Bei Hans Peter Herrmann in Germanistik promoviert. Während der Promotion nahm ich Sprech- und Schauspielunterricht bei Erna Straub, meiner zweiten wichtigen Lehrerin. Mit anderen Schülern von Erna Straub „Eine wundersame Nacht“ von Slawomir Mrozek und andere Stücke aufgeführt. Als Korrektorin bei der Badischen Zeitung und „feste Freie“ beim SWR gearbeitet und regelmäßige Beiträge für „Kultur regional“ und Literatursendungen geschrieben. Bei Andrea Breths Inszenierung von Garcia Lorcas „Bernarda Albas Haus“ hospitiert, eine kleine Rolle bekommen. Dann kam Sohn Moritz auf die Welt. Als Moritz klein war, zwei Soloprogramme gemacht, im legendären „Theater am Eck“ gespielt und über Land gefahren.
Ab 1990 bis 2017 im Ensemble im Theater im Marienbad. Dort vor allem als Schauspielerin tätig und mit anderen auch fürs Beiprogramm zuständig gewesen; viele Autoren- und szenische Lesungen haben wir gemacht und zwei Bücher herausgebracht: „Um das Schwarz ein wenig aufzuhellen, Theaterreisen in den Iran“ und „Ekstase und Trost – Glaube und Ritual im zeitgenössischen Theater“.
Auch nach fast dreißig Jahren Ensemblearbeit: Die Theaterlust bleibt. Heinzl Spagl und ich haben uns im Theater im Marienbad kennengelernt, und wir machen, sehr oft gemeinsam, weiter. Indem wir vorlesen. Das heißt, meistens, es gibt Ausnahmen, in denen wir spielen, z. B. in „Mein Vater, der Klavierspieler“ und im Stück „Brachland“ (Theater Zerberus).
Unsere Programme erarbeiten wir mit Thomas Wenk am Piano, am Kassettenrecorder oder an anderen Instrumenten und zwischendurch auch mit anderen Musiker:innen.
In diesen musikalischen Lesungen möchten wir Theatralisches/Szenisches in unseren und den Köpfen der Zuschauer:innen entstehen lassen. Vielleicht lebt hier auch die für die Spielart des Marienbades prägende Regiearbeit von Dieter Kümmel fort: in der Zärtlichkeit für die erzählten Figuren.
2013 Gründung des HörFlüge Audioverlags zusammen mit Heinzl Spagl, bisher erschienen: „Rebellen“ von Wolfgang Schorlau, „Fabels Veränderung“ von Roswitha Quadflieg, „Der Rabe Alfons“ von Erwin Moser, „Bleiben ist keines – nirgendwo" von Mohammed Jabur.
2020/21 „Unter Freiburgs Dächern ohne Dach“ – Projekt im Rahmen der 900-Jahr-Feier der Stadt Freiburg. „Sichtbar machen, was man sonst nicht sieht“, war Idee und tiefes Anliegen, mit Focus auf Wohnungslose und prekär Lebende in der Stadt.
2020/21
Verleihung des Reinhold Schneider Ehrenpreis 2020
in der Sparte Darstellende Kunst.